Andreas Ruhland ist Sänger der Band „Songs für Huckleberry“ aus Halle. Ende Oktober kommt der neue Song „Josefine“. Und im November wird im „Tapalapub“ gespielt. Ein Gespräch über die Angst vor dem Verlust.
Text: Mathias Schulze
Frizz: Der Schritt zum Musiker erfolgte mit der Band „Songs für Huckleberry“ mit deutschsprachigen und eher ruhigen, nachdenklichen Songs. Warum? Metal wäre auch möglich gewesen? Sehen Sie sich in einer Traditionslinie? Welche?
Andreas: Ich mag es, Geschichten zu erzählen und wenn Menschen sich darin wiederfinden können. Meine Musik verstehe ich als eine Art Mixtape, wie man es aus den 90ern und 2000ern kennt: Von Anfang bis Ende ist jeder einzelne Song mit Bedacht gewählt und hat eine Botschaft. Dabei ist vor allem der erste und letzte Song von Bedeutung: Was will ich der Person sagen, wenn wir uns begegnen und mit welcher Botschaft lasse ich sie wieder gehen? In meinen Liedern geht es oft darum, wie sehr man sich etwas wünscht und mindestens genauso oft, wie sehr einen das auch kaputt machen kann. Aber es ist halt wie mit den Tapes von damals: Nur die Wenigsten, für die die Message bestimmt ist, hören sie auch.
Was sind aktuell ihre Leib-und Magenthemen, was lässt Sie nachts nicht schlafen?
Angst vor Verlust. Zum einen meine ich damit den Verlust von Menschen, die mir nahestehen. Zum anderen bin ich gar nicht gut darin, in unvorhersehbaren Situationen einen klaren Kopf zu bewahren und verliere schnell mein inneres Gleichgewicht. Ich mag Strukturen und hasse Unentschlossenheit genauso wie Unzuverlässigkeit. Es macht mich traurig, wenn vieles, was uns über lange Zeit wichtig und richtig erschien, plötzlich keinen Wert mehr hat.
Was sehen und empfinden Sie, wenn Sie derzeit durch Halle laufen?
Ich wünschte wirklich, dass die Menschen entspannter, offener und freundlicher miteinander umgehen würden. Es lächelt kaum noch jemand und wenn, dann grinsen viele nur noch in ihr Handy rein, weil sich irgendein Kätzchen bekleckert hat. Diese Stadt hat so viel mehr zu bieten, aber ich hab das Gefühl, dass Einige das nicht sehen, weil sie zu sehr mit dem ganzen Social-Media-Mist beschäftigt sind.
Pläne, Ziele?
Ich würd gern ´ne Platte aufnehmen, die irgendwie glücklich macht. Die Welt da draußen ist ja schon irre genug und daher möchte ich ein paar Songs schreiben, die bei den Leuten vielleicht etwas Positives auslösen. Naja, und wenn ich das wirklich schaffen sollte, dann schreibe ich vielleicht auch noch ein zweites Buch.
Was ist Glück?
Ein Zuhause zu haben, in dem ein Bett steht, wo es Kakao gibt und wo jemand auf dich wartet.
Songs für Huckleberry, 6. November, Tapalapub am Universitätsring 6, 19 Uhr
Das Interview wurde auf der facebook Seite des Frizz veröffentlicht.














































