BÜHNE STATT LADEN

INTERVIEW MIT DER MITTELDEUTSCHEN ZEITUNG ÜBER DAS NEUE ALBUM, EINFLÜSSE UND DIE ZUKUNFT

TEXT VON JONAS NAYDA
© Moritz Schlieb

Mit 41 ist man zu alt für eine Musikerkarriere. Oder vielleicht doch nicht? Andreas Ruhland macht es einfach trotzdem. Der Hallenser hat vor kurzem sein neues Album herausgebracht, das zwölf selbstgeschriebene Lieder umfasst. „Auf dem Weg zurück ans Meer“ heißt das Album, das Ruhland unter dem Bandnamen „Songs für Huckleberry“ selbst produziert hat.

Auf ein Plattenlabel oder professionelles Management verzichtet er bewusst, schließlich ist die Musik eine Freizeitbeschäftigung für ihn. Hauptberuflich ist Ruhland Buchhändler und arbeitet bei Thalia am Marktplatz.

„Mein Vater war ein sehr guter Musiker“

„Ich schreibe schon sehr lange Texte, aber habe die nie als klassische Gedichte verstanden. Für mich waren das immer schon Lieder, die nur noch vertont werden mussten“, sagt der gebürtige Wolfener. Vor zehn Jahren habe er eine Gitarre geschenkt bekommen und sich das Spielen dann selber beigebracht. „Mein Vater war ein sehr guter Musiker, aber als Kind und Jugendlicher bin ich irgendwie nie dazu gekommen“, sagt er.

2012 hatte er sich gemeinsam mit einer Freundin zum Ziel gesetzt, über zwölf Monate zwölf Songs aufzunehmen und das Endresultat dann zu Weihnachten an Freunde zu verschenken. Eine sehr gute Idee, wie sich herausstellen sollte, denn inzwischen gibt es schon drei Alben und Ruhland spielt regelmäßig mit mehreren anderen Musikern auf Bühnen im südlichen Sachsen-Anhalt vor bis zu 100 Zuhörern. „Ich schätze die Nähe zum Publikum, weil man dann eine unmittelbare Rückmeldung bekommt. Das macht mir unglaublich viel Spaß“, sagt Ruhland.

Neues Album „leise und nachdenklich“

Seine Lieder handeln von alltäglichen Themen, von Liebe oder vom Finden zu sich selbst. Ruhland selbst bezeichnet sein neues Album als „leise und nachdenklich“. „Das Album gibt verdrängtem Schmerz und unausgesprochener Wahrheit Raum“, sagt er. Es gebe aber auch einige deutliche gesellschaftlichen Positionen und Statements, wie zum Beispiel in dem Lied „Das Geheul“, in dem es in einer Strophe heißt: „Du suchst doch kein Gespräch, du suchst nur eine Bühne für den faschistischen Dreck, den ich von dir zu hören kriege.“

Seine musikalischen Vorbilder seien einige Künstler aus der Singer/Songwriter-Szene, sagt Ruhland. Die Musik von Sufjan Stevens, Tracey Thorn oder auch Clueso hätten ihn beeinflusst. Ob er eines Tages mal genauso erfolgreich vor großem Publikum spielen wird wie seine Vorbilder, weiß er jedoch nicht. „Wenn mich jemand auf Tour mitnehmen will, würde ich nicht nein sagen“, so Ruhland. Doch sein regulärer 40-Stunden-Job habe erstmal Vorrang. Lieder zu schreiben sei „wie Tagebuch zu führen“ für ihn, sagt er. „Es hilft mir, Dinge zu verarbeiten und besser mit ihnen umzugehen.“

›› Die neue CD von „Songs für Huckleberry“ kann man entweder auf Ebay oder online auf songsfuerhuckleberry.com bekommen. Das Album steht auch bei Spotify und iTunes zum Download bereit. (mz)

 

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