LEICHT (ALLES WIEDER NEU)

„Leicht (Alles wieder neu)“ ist eine Erinnerung an die 90er Jahre. Eine Phase des Findens, auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Nicht sicher darüber, wer man selbst ist und wem man vertrauen kann. Das Gefühl der Zerrissenheit: zwischen Gehen und Bleiben, zwischen Reden und Schweigen, zwischen Lachen und Weinen. Alles schien möglich und gleichzeitig war nichts davon wirklich greifbar.

Alles war neu und dennoch war das, was ich dabei fühlte, vertrauter und näher als es mir lieb war. Wir können Orte wechseln, aber nicht leugnen, wo wir herkommen. Du kannst dir eine neue Haut überziehen, aber was nützt das, wenn du immer wieder in alte Verhaltensmuster verfällst? Ja, alles beginnt irgendwann immer wieder neu, doch ändert sich jemals wirklich irgendwas? Und bist du wach genug, um etwas daraus für dich zu lernen? Der Hamster im Laufrad kommt nicht zur Ruh… kurz davor, alles in Brand zu setzen, weil ihm langsam bewusst wird, dass er nur ein Zahnrad im Getriebe der Welt ist.

Du fühlst einen Riesenhaufen Wirrwarr in dieser Phase deines Lebens und wenn du ihn schon selbst nicht sortieren kannst, dann hoffen die meisten von uns auf einen Freund da draußen, der dir sagt: Alles wird gut. Doch wenn da niemand ist, der dir zuhört, bleibst du einfach nur vor der Glotze sitzen und schaust zu, wie alle anderen sich aufmachen, etwas Besseres zu finden.

In dieser Zeit wurde die Musik von Tanita Tikaram, Alanis Morissette, Shawn Colvin und Tom Liwa zu einem Freund und die Texte wurden zu meiner eigenen imaginären Gegenwart. Und plötzlich erzählst du von Dingen, die nie passiert sind – in der Hoffnung, dass dir irgendwann mal jemand zuhört.

Es ist schon seltsam, was man so fühlt, wenn man anfängt, die Möglichkeiten zu begreifen, die einem zur Verfügung stehen. Das war nie leicht… und wird auch nie leicht sein. Dieser Song ist so etwas wie ein Brief an mein jüngeres Ich, dem ich eigentlich nur sagen möchte: Trau dich ruhig – es ist nicht leicht, aber so viel hast du nun auch wieder nicht zu verlieren.

„Leicht (Alles wieder neu)“ ist für meine Mama, für Ulrike, für Tina, für Dirk, für Stefan und für Dietmar. „Ich könnt auf fast alles verzichten: den ganzen Quatsch und die Geschichten, völlig ohne Zweifel leben – nur nicht leicht.“

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