JOSEFINE

TEXT: ANDREAS RUHLAND
MUSIK: SUFJAN STEVENS
ALBUM: AUF DEM WEG ZURÜCK ANS MEER

Und dein Brief kam bei mir an, Josefine
Und du schriebst, dass jemand kam, der lang schon wartet, mich kennenzulernen
Und darunter stand ganz groß „Josefine“ –
Einen Namen den ich kenn und nie zuvor so las

Josefine, ich erkenn dein Lachen zwischen den Zeilen deiner Großbuchstaben
So vertraut, als wär kein Tag vergangen, les ich und denke laut: ‚Was machst du denn für Sachen‘
Ich dacht, ich spür dich atmen auf meiner Haut – es war mir so vertraut

Und dann du lagst neben mir, Josefine
Eine Nacht lang und die Narben sollte ich nicht sehen
Wir hörten deine Lieblingsplatten, Josefine
„Nach der verlorenen Zeit“ – Ich wollte mit dir untergehen

Josefine, ich dacht, ich sehe wieder die Ähnlichkeit in dir und deinem großen Bruder
Der nichts wissen will von den bunten Farben. Du möchtest ihn verstehen und es so haben wie es war
Woran hast geglaubt? Ich weiß, du hast auf mich gebaut

Und ich schrieb dir dann zurück, dass mir die Zeit
Fehlt, in der wir nur zu zweit vorm Fernsehen lagen, gelangweilt
Du hast nie reagiert. Doch wieso
Der Freund, dem ich damals schrieb, heißt heute nicht mehr so

Josefine, ich dacht, ich seh dich stehen. Ich konnte es nicht erwarten, du hast’s mir angesehen
Wie ein Kind, das zum ersten Mal begreift, in dem Moment hat es keine echte Wahl

Ich hab dir jedes Wort geglaubt, doch ich hab mich nicht getraut